Noah Gordon: „Der Medicus“

Moin, Freunde

ich habe Der Medicus von Noah Gordon zu Ende gelesen. Das Buch hat mich über weite Teile sehr begeistert.

Der Inhalt der Story ist für einen historischen Roman beinahe klassisch: Die Zusammenkunft von Orient und Okzident in den Figuren Rob Cole und dem legendären Ibn Sina.

Teils romantisch und romantisierend und an anderer Stelle wiederum brachial ehrlich und ohne jedwede Beschönigung: So wird das Aufeinandertreffen der Kulturen mal tragisch, mal humorvoll, mal wiederum in alltäglichen Zusammenkünften geschildert.

Wir erleben Rob Cole, wie er als Waise in London von einem Baderchirurgen aufgenommen und herangezogen wird – zum Lehrling, der zum Geschäftspartner wird und letztzlich zu einem Freund. Nach dem Tod des Baders und einigen erleuchtenden Erlebnissen (Rob hat die Fähigkeit durch Berührung, die Lebensenergie der Menschen zu erspüren) – erwächst in Rob der Wunsch Medicus zu werden.

Nach vielen Hürden, die er nimmt und Pfaden in unterschiedlichster Gesellschaft, die er begeht, landet er schließlich in Ishfahan, Persien und ist seinem Traum, beim Arzt aller Ärzte, Ibn Sina, zu studieren, näher gekommen.

So viel zur Grundlegung der Story.

Der Schreibstil ist klassisch. Ein starker Erzähler übernimmt über weite Teile hinweg, raff etliches zusammen wie ein Künstler, der einen übergroßen und langen Stoff für die Komposition zurechtlegt, und sorgt für ein flüssiges Leseerlebnis.

klassisches Stillleben

Der Autor lässt als also weitreichende Geschehnisse erzählerisch so zusammen raffen, dass in einer Passage mehrere Begebenheiten gedrängt vergehen können, verweilt in Teilen jedoch bei detailreichen Szenen und versäumt es somit keinswegs, Tiefe und Glaubhaftigkeit zu erzeugen, die sich in seinen Figuren wie Schauplätzen, Schicksalen wie Zusammenkünften niederschlagen.

Ich finde es angenehm, sich in die Hände eines starken Autors und dessen Erzählers zu begeben, der das Geschehen derart entschlackt und von Überflüssigem befreit, sodass das Lesen wirklich und trotz des Umfang von knapp 850 Seiten sehr angenehm war.

Sollte man gelesen haben das Buch!!!

Soweit von mir.

Cheers.

Eto

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