Über die Freuden Andrzej Sapkowski zu lesen

Eine allgemeine Vorbemerkung: ich habe Lieblingsautoren, auf denen ich hängen bleibe, bzw. lange Zeit hängen blieb. Stephen King zuvorderst, David Mitchell daran anschließend, so wie Kafka (der mir in meinen frühen Zwanzigern sowohl die Augen öffnete als auch verschloss – Kafka-Exegeten wissen, was ich meine) und Oscar Wilde, natürlich Goethe (nicht Schiller! wenn es nach mir ginge hätte der Gute nach die Räuber tot umfallen können) und immer wieder und in Wiederkehr Keats, Brecht und William Butler Yeats sowie William Golding und Emily Brontë.

Ich kehre zu diesen in immer wiederkehrenden zeitlichen Abständen zurück und erfreue mich an ihnen – ob ich altes wiederlese und erlese und mich daran labe oder mich an Neuveröffentlichungen ergötze – es bleibt die Freude an diesen Schriftsteller*innen und Dichter*innen.

Im Laufe des Studiums aber auch danach versuchte und versuche ich jedoch Leseerfahrungen zu streuen und mich umzutreiben, so stehen in meinen Regal etlichen Autor*innen, aber hey – wenn King einen neuen Roman raus haut oder wenn ich mich endlich dazu entschließe ein lange aufgespartes Buch (eines der Bücher, die man aus der langen Kette weggeatmeter Bücher eines geliebten Autoren entnommen hat, wohlwissentlich, dass man für den Winter Vorbereitungen treffen sollte) – wenn ich also bei meinen Lieblingen sitze, mit gutem Kaffee in der Hand oder einem Gläschen Wein, dann scheiß ich auf die anderen, mach die Schotten dicht und habe eine gute Zeit.

Denn Lesen, Freunde und Nachbarn, ist Verreisen, ist Träumen, ist Lieben, ist Lachen und Weinen, Leben und Sterben (man beachte, wie der Autor hier die Verben bewusst in Großbuchstaben beginnen lässt – welche außerordentlich kunstvoller Kniff).

So geht es mir mit Andrzej Sapkowskis Hexer-Saga um Geralt von Riva und Ciri, das Löwenjunge von Cintra. Vor einigen Jahren hat meine Frau (die immer das Game auf der PS4 spielte und mich somit auch in die Atmosphäre der Welt um Geralt hineinzog und mir quasi damit eine unausgesprochene Einladung gab) mir leztlich die Bücher empfohlen.

Nach den ersten Kurzgeschichten war ich drin und hab erst aufgehört, als ich die Hexer-Saga komplettiert und die Geschichte in mich aufgesogen hatte.

Nicht nur der Witz und der Humor, der die klassischen Fantasy-Motive ironisierend umzukehren vermag, sondern auch die konzeptionelle Tiefe der Figuren, die schillernde Breite des üppigen Personals als auch die Welt in all ihrer zeitlichen und räumlichen Ausbreitung haben mich in den Bann gezogen und mich noch einmal gelehrt (nach einem Studium der Literatuwissenschaften und tausenden gelesenen Büchern nicht immer einfach), was es heißt, wirklich zu lesen.

Jetzt, nach einigen Jahren ohne den Hexer, habe ich mich entschlossen den Einzelband Zeit des Sturms endlich aus dem Regal zu ziehen und noch einmal einzutauchen in die Welt von Geralt von Riva.

Soweit von mir. Mehr in Kürze, wenn ich den Band gelesen habe.

Bestens,

euer Ethem

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